Dorf Olpe

Olpe - ein Kleinod im Bergischen Land

14 - Dellinger Schulhaus

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Schulhaus Delling

Schulhaus Delling

Mit dem Erwerb des freiadligen Gutes Delling (1707) durch die evangelische Gemeinde wurden zahlreiche Initiativen freigesetzt. So stellte man schon bald darauf einen Lehrer für die Jugendlichen der Gemeinde ein und baute ein Schul- und Lehrerhaus, das 1724 vollendet wurde und das in seiner Substanz hier bis heute erhalten ist. Das kleine Haus legt Zeugnis davon ab, dass aufgrund der wenigen Gemeindemitglieder hier auch nur wenige Schüler unterrichtet wurden. Nach heutigem kurzfristig zweckrationalem Denken hätte man diesen Schritt wohl nicht getan. Aber gerade dieser Schritt war es, der die Situation der Gemeinde und der evangelischen Menschen vor Ort entscheidend zum Besseren veränderte. Mit der Elementarbildung erschloss sich den Menschen eine neue Welt der Verdienstmöglichkeiten. Die engen Grenzen der kargen Landwirtschaft ermöglichte kein sicheres Auskommen, wie es sich besonders dramatisch gezeigt hatte, als die Aufgabe des Erwerbs des Gutes Delling die Gemeinde unter einen ungeheuren finanziellen und damit Existenzdruck stellte.

Mit dem Zugang zur Bildung erwuchsen für die Menschen neue Möglichkeiten. Traditionell verliefen die Straßen damals nicht in den feuchten, sumpfigen Niederungen, sondern auf dem Rücken der Anhöhen. Ebenso fand man hier das Ackerland, das nicht sumpfig und damit unbrauchbar war. Die feuchten Niederungen lagen also brach, galten als wertlos und waren damit leicht zu erwerben. Eine neue Industrie, die Energie benötigte, konnte man leicht dort ansiedeln. Wasser trieb Mühlen, hier besonders die Pulvermühlen, denn Schwarzpulver war gefragt, sowohl vom Militär, mehr aber noch vom aufstrebenden Bergbau im Ruhrgebiet. So entstanden neben den Mühlen naturgemäß auch Unternehmen, die das Pulver zum Verbraucher transportierten. Neuer Wohlstand eröffnete sich gerade in der evangelischen Gemeinde, die durch die frühe Stiftung einer Schule damit die Voraussetzung geschaffen hatte. Als es im frühen 19. Jahrhundert um die Finanzierung des Kirchbaues ging, erwies sich der neue Wohlstand auch an dieser Stelle als Segen.

 

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