Dorf Olpe

Olpe - ein Kleinod im Bergischen Land

10 - Ehem. Volksschule Forsten

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Schule Forsten

Schulhaus Forsten

Das Schulhaus ist in den Jahren 1909 und 1910 im Historismus-Stil aus Grauwackebruchsteinen erbaut und Anfang 1911 eingeweiht worden. Fast nur Handwerksbetriebe aus der damaligen Bürgermeisterei Olpe waren am Bau beteiligt. Im Erdgeschoss befanden sich zwei voneinander getrennte Klassenräume. Zusätzlich sind im Obergeschoss Wohnungen für Lehrer eingerichtet worden. Nach dem Neubau ist die alte aus dem Jahre 1813 stammende Schule, die heute noch unmittelbar links neben dem damals neu erbauten Schulgebäude steht (Hausnummern 39 und 41), in Privatbesitz übergegangen. Erst im Jahre 1921 erhielt die neue Schule elektrisches Licht.

In den beiden Klassenräumen sollten die evangelische Klasse aus Delling und die Kinder aus der alten katholischen Schule in Forsten Platz finden. Die Kinder beider Konfessionen sollten in einem gemeinsamen Schulhaus, aber getrennten Klassenräumen unterrichtet werden. Aus unterschiedlichen Gründen war eine Trennung beider Konfessionen aber nicht immer möglich. Während der beiden Weltkriege wurde das Schulhaus zeitweise auch von Soldaten belegt.

In den Jahren 1959 und 1960 erfolgten größere Um- und Neubauarbeiten. So wurden neue Toiletten, eine Pausenhalle und für die Kinder beider Konfessionen ein gemeinsamer Eingang zu ihren Klassen gebaut. Auch die Lehrerwohnungen waren vor den Umbauarbeiten so angelegt, dass von den jeweiligen Wohnungen nur der Klassenraum der jeweiligen Konfession erreichbar war.

Die gesetzliche Neuordnung des Volksschulwesens in Nordrhein-Westfalen im Jahre 1968 führte zu einer Gliederung in Grund- und Hauptschule und zum Ende der Volksschule Forsten. Bis 1974 wurde das Schulhaus in Forsten noch von der Gemeinschaftsgrundschule Olpe mitbenutzt. Dann gingen Grundstück und Gebäude in Privatbesitz von Wilfried Täubner über.

1976 errichtete Wilfried Täubner als angesehenes Mitglied der "Deutschen Fotografischen Akademie" (ehemals "Gesellschaft Deutscher Lichtbildner") und Kodak-Fotobuch-Preisträger [1993] in den Räumen der Alten Dorfschule Forsten seine Galerie T, in der er 1981 den berühmten Kölner Fotografen Hermann Claasen (1899-1987) und 1985 die international bekannte Bildjournalistin Barbara Klemm präsentierte. Zu den zahlreichen Gästen in der Alten Dorfschule zählten u.a. Prof. Helmut Gernsheim (1913-1995), der Entdecker der überhaupt ersten Fotografie der Welt von Nicéphore Nièpce und L. Fritz Gruber (1908-2005), der Erfinder der Photokina Köln. Die Alte Dorfschule musste sich nach 1976 an hohen Besuch gewöhnen: Schon zu der ersten Foto-Ausstellung 1978, die den Titel "Taktiker" trug und die 17 Bundesliga-Trainer mit dem 18. Hennes Weisweiler (1919-1983) zeigte, kam Letzterer persönlich in die Alte Dorfschule Forsten gereist. Dem Sinologen Dr. Thomas Täubner und seiner Frau Xuemei Täubner-Liu gelang es 1998 den Ehrenbürger der Gemeinde Kürten Prof. Karlheinz Stockhausen (1928-2007) anlässlich eines Musik-Salons mit dem chinesischen Komponisten Prof. Cheng Gongliang (1940-2015) empfangen zu dürfen. Im Jahr 2005 fand sich Stockhausen ein zweites Mal in der alten Dorfschule Forsten ein, nunmehr anlässlich der Foto-Ausstellung LICHT-IMAGES - Karlheinz Stockhausen zur Jahrtausendwende (1998-2004)" mit Foto-Arbeiten von Alain Taquet und Thomas Täubner.

Quelle: Denst, Maria Louise, Die Delling; Bergisch Gladbach 1984
Kieven, Lydia, Kulturführer Rheinisch-Bergischer Kreis; Bergisch Gladbach 1998
Ströbel-Dettmer, Ute und Täubner, Thomas, Blick über alle Zäune: „Vom Alten Schulhaus zum CHINA FORUM - Galerie T“, veröffentlicht in Kürtener Schriften Heft 8, November 2011

Hinweis:
Informationen über die ehemalige Schule in Forsten finden sich auch in dem Artikel „Erinnerungen anlässlich der Hundertjahr- Feier der Forstener Schule“ von Günther Paffrath und Anneliese Chulek in Kürtener Schriften Heft 8, November 2011

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