Dorf Olpe

Olpe - ein Kleinod im Bergischen Land

13 - Altes Pastorat in Delling

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Altes Pastorat Delling

Das Alte Pastorat in Delling


Das heutige Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Delling hat eine lange Geschichte. Errichtet wurde es als Gutshaus des freiadligen Gutes Delling, das der Lehnsherr von Olpe seiner Tochter als Mitgift in die Ehe gegeben hatte. Als freiadliges Gut war Delling unabhängig von der Ortsherrschaft und so war es dem Gutsherrn möglich, von der Ortsherrschaft unabhängige Entscheidungen zu treffen. Das wurde relevant, als Olpe nach 40 Jahren Evangelischseins auf Geheiß des Lehnsherrens wieder zur katholischen Konfession zurückkehren musste. Die Familien, die evangelisch bleiben wollten, hatten keine legale Möglichkeit, im Bereich der Lehnsherrschaft von Olpe Gottesdienst zu feiern, wohl aber auf dem freiadligen Gut Delling, dessen Gutsherr der Gemeinde „Glaubensasyl“ gewährte.

Die Krise kam, als das Gut 1707 verkauft werden musste. Als kleine Bauern hatten die wenigen evangelischen Familien nicht die Mittel, das Gut zu kaufen, wussten aber, dass ein Verkauf in andere Hände das Ende der evangelischen Gemeinde an diesem Ort bedeutet hätte. Immerhin umfasste das Gemeindegebiet etwa 200 Quadratkilometer (das Gebiet der heutigen großen Diasporagemeinden Delling und Lindlar). Die Bitte an die wohlhabenderen Glaubensgeschwister, in ihren Gemeinden eine Kollekte zum Kauf des Gutes und damit zum Erhalt der Existenz der ev. Gemeinde zu halten, wurde wohlwollend aufgenommen und brachte tatsächlich den Kaufpreis für das Gut ein.
In Folge baute man das Haus zur Kirche und zum Pfarrhaus um. Die unterschiedlichen Deckeneinzüge des Hauses legen davon bis heute Zeugnis ab.
Als durch ein „Gnadengeschenk“ des Preußenkönigs der Bau der Kirche möglich wurde (den 50%igen Anteil konnte man wiederum durch eine Kollekte aber auch durch Bürgschaften von wohlhabend gewordenen Gemeindegliedern aufbringen), wurde das Haus zum Wohnhaus für die Pfarrfamilie.

Nach dem zweiten Weltkrieg fanden hier etliche Familien Zuflucht, die aus ihrer Heimat vertrieben worden waren.

1958 war das neue Pfarrhaus fertig gestellt und 1968/69 wurde das Haus nunmehr als Gemeindehaus umgebaut. Diesem Zweck dient es noch heute.

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